[DHd-blog] Zotero-Workshop – ein Rückblick

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Am 27. und 28. Mai 2021 fand ein digitaler Zotero-Workshop statt, der von CLARIAH-DE veranstaltet wurde. Ziel war es, allen Interessierten – seien sie bereits erfahren im Umgang mit Zotero oder komplette Anfänger – einen vereinfachten Zugang zu diesem Literaturverwaltungsprogramm zu ermöglichen. Durch mehrere Vorträge, die über zwei Vormittage verteilt waren, wurde den Teilnehmenden nützliches Wissen vermittelt, was mit vertiefenden Übungen kombiniert wurde.

Hintergrund:

Durch mein Praktikum am Leopoldina-Zentrum für Wissenschaftsforschung wurde ich mit Zotero vertraut gemacht und habe durch Torsten Roeder (LZfW Halle) hilfreiches Wissen an die Hand bekommen. Durch ihn wurde ich zudem angeregt, das erlangte Wissen in einer geeigneten Online-Umgebung mit anderen zu teilen, weshalb ich im Februar mehrere Blog-Artikel zum Thema Zotero veröffentlicht habe (siehe dazu: Artikel von Sophia Corell). Lukas Weimer (SUB Göttingen) wurde als Projektmitarbeiter von CLARIAH-DE darauf aufmerksam und so entstand die Idee eines Workshops, um allen Interessierten eine intensive Beschäftigung mit dem Programm zu ermöglichen. Gesagt, getan. Durch gemeinsame Vorbereitung und Programmplanung sowie die Integration einer weiteren Referentin, Julia Röttgermann (Projekt „Mining and Modeling Text“, Trier Center for Digital Humanities), konnte im Mai der Workshop starten.

Bild der Lage:

Durch eine vorherige Anmeldung zum Workshop konnten wir als Team bereits erkennen, dass es über 30 Teilnehmende geben wird. Doch um ein genaueres Bild von den Teilnehmenden zu erhalten, wurde eine Umfrage zu Altersbereich, Herkunft und Vorerfahrung durchgeführt. Das Ergebnis war erfreulich: Quer durch Deutschland verteilt haben Menschen sich zum Workshop dazugeschaltet, aber auch Teilnehmende aus Zürich und Wien waren anwesend. Die meisten waren zwischen 30 und 39 Jahren alt, aber auch über 60-Jährige haben sich für Zotero interessiert – man lernt nie aus! Die Vorerfahrung mit dem Literaturverwaltungsprogramm Zotero war breit gestreut: Die meisten Teilnehmenden hatten keinerlei Erfahrung, aber es waren auch durchaus Erfahrenere und Experten anwesend. Bei der bisherigen Nutzung von Literaturverwaltungsprogrammen hat bei den Teilnehmenden Citavi überwogen, wobei auch sehr viele noch gar kein Programm verwendet haben und somit konnte für viele ein guter Einstieg in das für sie noch unbekannte Zotero geleistet werden.

Tag 1:

Mit einem allgemeinen Einstieg startete Julia Röttergmann von der Universität Trier, um den Teilnehmenden die Funktionsweise von Zotero näherzubringen. Durch vorherige Installation der benötigten Programme und ein anschauliches (und den Umständen angepasstes) Bildschirmteilen konnte man nachvollziehen, wie man beispielsweise auf verschiedene Weisen neue Titel hinzufügen kann, wie die aufgenommene Literatur in Word eingebunden wird oder Dubletten entfernt werden. Mit Hilfe einer gemeinsamen Übungsbibliographie war ein direktes Erproben möglich und somit wurde eine Basis für das weitere Vorgehen geschaffen. Im Anschluss stellte ich das Thema tagging vor, also die Verwendung von Schlagwörtern in der Bibliographie, um die Masse an Literatur systematisieren zu können. Insbesondere die Vorteile sowie auftretende Probleme wurden dabei behandelt und auch hier gab es die Möglichkeit, selbst das tagging auszuprobieren und bei auftretenden Problemen Fragen zu stellen. Zum Schluss erklärte Torsten Roeder den Teilnehmenden die Funktionsweise sowie Vor- und Nachteile eines vorgegebenen Zitationsstils und wies auch auf die Erstellung eines individuellen Stils hin. Da Zotero allerdings über 10.000 Zitationsstile umfasst, wird wahrscheinlich jeder irgendwo fündig 😉

Tag 2:

Am folgenden Tag ging es dann ans ‚Eingemachte‘ und es wurden zwei Anwendungen von Zotero vorgestellt. Ich habe mit der API begonnen, denn diese Anwendungsprogrammierschnittstelle ermöglicht es, einen Link zu erzeugen, der sich alle geforderten Informationen vom Zotero-Server zieht und somit eine publizierfähige Literaturliste erzeugt. Je nachdem, ob es sich um eine Gruppenbibliographie oder um eine private Liste handelt, muss man unterschiedlich bei der Generierung des Links vorgehen. Außerdem kann man die Anzeige der Literatur genauer bestimmen, zum Beispiel durch eine Filterung mit Hilfe von tags oder eine bestimmte Darstellung mit Hilfe eines Zitationsstils. Somit wurden die erlernten Themen vom vorherigen Tag aufgegriffen und weiterverarbeitet. Die Teilnehmenden konnten im Anschluss das Gehörte selbst umsetzen und eine API zur ihrer persönlichen Bibliographie erstellen. Dies kann dann folgendermaßen aussehen:

Torsten Roeder zeigte den Teilnehmenden schließlich noch, wie man die API weiterverwenden kann: um sie auf eine Website einzubinden. Dadurch ist es möglich, die durch die API erzeugte Literaturliste auf einer Website sichtbar zu machen. Dies kann beispielsweise auf einer Projekthomepage der Fall sein, um die dabei verwendete Literatur mit anderen zu teilen (ein Beispiel hierfür: https://sammlungsraeume.de/bibliographie.html). Insgesamt wurden vier Programmierungsmöglichkeiten vorgestellt, durch die man die Zotero-Bibliographie auf einer Website einbinden kann: PHP, SSI, XSL und JavaScript. Eine jeweilige Startanleitung dafür findet ihr weiter unten. Schließlich wurde gemeinsam über die Vor- und Nachteile von Zotero gesprochen und nochmal Raum für Fragen ermöglicht.

Fazit:

Es war ein insgesamt gelungener Workshop, der allen Teilnehmenden Wissen vermittelt hat, das sie auch nach dem Workshop anwenden können. Ein angeregter Austausch zwischen Vortragenden und Teilnehmenden sowie eine gegenseitige Hilfestellung und Ergänzung aus dem Publikum haben die zwei Tage zu einer bereichernden Zeit gemacht, wofür ich an dieser Stelle nochmal allen Beteiligten danken möchte. Durch interne Umfragen zum jeweiligen Workshop-Tag konnten wir herauslesen, dass es den Teilnehmenden gefallen hat. Zudem gab es auch während und nach dem Workshop lobende Worte, die uns alle sehr gefreut haben.

Anscheinend besteht Bedarf und Interesse an Literaturverwaltungsprogrammen, denn viele Wissenschaftler benötigen diese für ihre Arbeit. Zotero ist neben Citavi ein sehr bekanntes Programm, das jedoch mehr Funktionen und Tricks enthält, als manche denken. Deswegen lohnt es sich, auch nach längerer Benutzung dieses Programms, die weiteren hilfreichen Funktionen kennenzulernen, um sie im täglichen Umgang nutzen zu können. 

Je nach Bedarf ist es durchaus nicht ausgeschlossen, dass es einen Zotero-Workshop 2.0 geben wird. Für all diejenigen von Euch, die an unserem Workshop teilgenommen haben und eine Gedächtnisstütze benötigen oder für die, die nicht bis zur Wiederholung warten möchten: Eine hilfreiche Zusammenstellung und Zusammenfassung der besprochenen Inhalte sowie eine Sammlung nützlicher Links rund um das Thema Zotero ist hier zu finden.