[DHd-blog] Highlights der 2. CLARIAH-DE Vollversammlung

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Am 9. und 10. März fand die zweite Vollversammlung von CLARIAH-DE statt. Gastgeberin war die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen – virtuell. Dieser Post wirft Schlaglichter auf ausgewählte Teile der Veranstaltung.

Eigentlich für November 2020 und wie die Vollversammlung 2019 an der Eberhard Karls Universität Tübingen in Präsenz geplant, war diesmal schnell klar: Verschiebung ins Virtuelle war geboten! Und wenngleich der persönliche Austausch im Virtuellen natürlich schmerzlich vermisst wird, konnten wir mit einem abwechslungsreichen Programm viele Interessierte erreichen und haben auch für virtuelle soziale Momente gesorgt.

Da war beispielsweise unsere “Lounge” in wonder.me. Diese war vor, während und nach der Veranstaltung geöffnet und beherbergte neben dem durchgängig besetzten Tagungsbüro eine Kaffeeecke und viel Raum für Diskussion.

Positiv aufgenommen wurde auch die konzentrierte Programmführung der beiden Veranstaltungstage, eine Erleichterung in Zeiten vermehrter Videokonferenzen. Bei einer Dauer von täglich 10 bis 14 Uhr blieb sowohl davor als auch danach noch Zeit für thematische Gespräche und die täglich anfallende Arbeit. Außerdem war die Veranstaltung selbst so angelegt, dass sie Diskussionen in thematischen Gruppen und im Plenum forderte und förderte.

Ein Highlight war, dass der erste Tag für die gesamte interessierte Community über die Projektmitglieder von CLARIAH-DE hinaus geöffnet war. Das abwechslungsreiche Programm aus Vorträgen und Diskussionen lockte über 100 Teilnehmende aus unterschiedlichen Disziplinen und Einrichtungen an. Als wichtiger Teil der geisteswissenschaftlichen Forschungsinfrastruktur widmet sich CLARIAH-DE nämlich Querschnittsthemen der NFDI: Eingebettet in die internationale Infrastrukturumgebung – insbesondere durch die beiden ERICs CLARIN und DARIAH – ist die internationale Sichtbarkeit und Vernetzung ein zentrales Querschnittsthema, um die Reichweite der eigenen Angebote zu erhöhen. Weiterhin hat CLARIAH-DE Erfahrung darin, Daten, Tools und Methoden nachhaltig für die Nutzung zu entwickeln und bereitzustellen, und kann so zur technischen Infrastruktur der NFDI beitragen. Darüber hinaus setzt CLARIAH-DE Open Access, Recht und Ethik im Forschungsdatenmanagement praktisch um, beispielsweise im Rahmen der bereitgestellten Forschungsdaten oder Forschungsdatenrepositorien. Und nicht zuletzt ist CLARIAH-DE auf breitgefächertes Communityengagement angewiesen, beispielsweise um Nutzendenanforderungen besser zu verstehen oder das eigene Angebotsportfolio nach verschiedenen Kompetenzniveaus zu erklären und Nutzende im Umgang damit zu schulen. Zu diesen vier Querschnittsthemen wurden parallele Diskussionsräume angeboten, die aus Impulsvorträgen und Diskussionen bestanden. Deren Ergebnisse wurden zum Abschluss des ersten Tages in einer interessanten und zukunftsweisenden Plenardiskussion zusammengetragen, in der die CLARIAH-DE-externen Teilnehmenden mit ihrer Außensicht wertvolle Beiträge liefern konnten.

Der zweite Tag widmete sich dem internen Projektgeschehen. Den Start bildeten Mitglieder der Arbeitspakete, die anhand zuvor erstellter Poster ihre Arbeiten präsentierten (Poster hier einzusehen). Arbeitspaket (AP) 1 zu Forschungsdaten, Standards und Verfahren beschäftigte sich u.a. mit Synergien von CLARIN-D und DARIAH-DE in Bezug auf Forschungsdaten. Ein wertvolles Arbeitsergebnis ist hier EdMa, eine Matrix, um verschiedenartige wissenschaftliche Editionen zu vergleichen. Das auf Werkzeuge und virtuelle Forschungsumgebungen fokussierte AP 2 konnte beispielsweise eine deutliche Erweiterung des Toolportfolios und der Funktionalität des Language Resource Switchboard (LRS) vermelden. AP 3 stand mit seiner Aufgabe der Kompetenzvermittlung und Nachwuchsförderung in einem von der Covid19-Pandemie geprägten Jahr vor besonderen Herausforderungen. Dennoch wurden virtuelle Workshops abgehalten und Tutorials erstellt, die im Tutorial Finder leicht auffindbar sind. Dieser wurde hauptsächlich vom AP 4 entwickelt, das für technische Vernetzung und Koordination verantwortlich war. Aus diesem Grund war eine enge Zusammenarbeit mit allen anderen APs, aber auch national und international nötig. Beispiele für die technische Vernetzung sind die Integration des LRS in das TextGrid Repository oder die Cross-Service-Search. AP 5 kümmerte sich um das Community-Engagement und konnte von diversen Disseminationsaktivitäten, wie Konferenzbesuchen, Gestaltung von Infomaterial und Social-Media-Präsenzen berichten. In AP 6 schließlich war mit dem CLARIAH-DE-Office die organisatorische Infrastruktur und Koordination angesiedelt. Neben zahlreichen Kommunikationstätigkeiten lag beispielsweise auch die Organisation der Vollversammlung im Aufgabenbereich von AP 6.

Dem Zweck einer Vollversammlung entsprechend haben sich die Beteiligten außerdem über die Entwicklungen des Projekts beraten: Gremiensitzungen des CLARIAH-DE-Rats sowie des Entwicklungsrats folgten auf die Präsentation und Diskussion der anstehenden Aufgaben bis September 2021 und zur Nachhaltigkeit von CLARIAH-DE. Hier wird es darum gehen, die Ergebnisse und Errungenschaften über die Projektlaufzeit von CLARIAH-DE hinaus zu verstetigen. Dazu gehören neben dem technischen Weiterbetrieb der Angebote ebenso der zugehörige Support, aber auch weitere Veranstaltungen und die Pflege dieser produktiven Community. Des Weiteren werden in der kommenden Phase verstärkt die am ersten Vollversammlungstag behandelten Querschnittsthemen der NFDI bearbeitet.

Wir danken allen an der Vollversammlung Beteiligten und freuen uns auf die kommenden Monate und Aufgaben in CLARIAH-DE!

Gruppenfoto vom zweiten, internen Vollversammlungstag