[DHd-blog] Die Rolle wissenschaftlicher SoftwareentwicklerInnen in DH Projekten

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In DH Projekten arbeiten WissenschaftlerInnen mit oft unterschiedlichen Rollen und akademischen Hintergründen. Neben der geisteswissenschaftlichen Ausrichtung eines Forschungsprojekts durch Domänen-WissenschaftlerInnen, haben auch die Menschen, die technische Aspekte des Projekts umsetzen, eine wichtige Rolle für den Erfolg eines DH Projekts.

Solche MitarbeiterInnen, die zum Beispiel Algorithmen, Tools oder Webseiten konzipieren und entwickeln oder Daten modellieren und auswerten, sollen hier unter dem Begriff „wissenschaftliche SoftwareentwicklerInnen“ zusammengefasst werden. Gebräuchlicher ist die englische Variante des „Research Software Engineers“ (RSE).

RSEs haben diverse Hintergründe. So gibt es WissenschaftlerInnen, die ihre Erfahrungen in der Softwareentwicklung nach einem geisteswissenschaftlichen Studium erworben haben, aber auch SoftwareentwicklerInnen, die sich durch längere Zusammenarbeit mit GeisteswissenschaftlerInnen die nötigen Kenntnisse erarbeitet haben, um Fragen des Forschungsfeldes zu verstehen und technisch umzusetzen. Die Rolle des RSE im Vermittlungsprozess zwischen technischer Expertise und Domänen-spezifischem Fachwissen ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg eines DH-Projektes.

Kommunikation

Um diese Kommunikation zu befördern und aufrecht zu erhalten ist es nötig, die Rolle von RSEs in der Forschungslandschaft zu betrachten. Während auf der Seite der Fachwissenschaften in DH Projekten die klassische akademische Karriere mit Master, Doktor, Professur klar umrissen ist, findet sich für RSEs kein vergleichbarer Karrierepfad. Oft sind Projekte zeitlich begrenzt und RSEs springen von einer Drittmittel-Finanzierung zur nächsten. Eine dauerhafte Anstellung findet sich meist nur in einer eher Service-orientierten Rolle, die aber gerade für den Dialog innerhalb der jeweiligen DH Projekte nicht förderlich ist.

Karrierepfade und Anerkennung

Im Bezug auf Karrierepfade für RSEs ist ein häufig aufkommender Punkt das Problem der wissenschaftlichen Anerkennung der Arbeit von RSEs. Oft werden für wissenschaftliche Karrieren weiterhin klassische Publikationen verlangt. Wie aber die langfristige Arbeit an einer Datenbank, die Entwicklung und Pflege einer Software, oder die Konzipierung und Bereitstellung einer Projektwebseite von Förder- oder Forschungseinrichtungen wissenschaftlich bewertet werden kann, ist immer noch weitestgehend unklar.

Whitepaper

Auf der DH2019 Konferenz in Utrecht traf sich eine Gruppe von DH RSEs zu einem Workshop um diese Problemefelder zu diskutieren. Als Resultat wurde ein englischsprachiges Whitepaper veröffentlicht, das als Aufruf zu einer engeren Vernetzung von DH RSEs dienen soll. Das Whitepaper ist unter https://dh-tech.github.io/dhrse-whitepaper/ zu erreichen und kann gerne geteilt werden.

DHTech

DHTech ist eine selbstorganisierte Gruppe von DH RSEs, die regelmäßig Webinare zu diversen technischen Aspekten der DH durchführt (z.B. CIDOC-CRM für Datenmodelierung, Django und TEI, IIIF Bilderformat, Webseiten mit Vue JS, usw.). Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen und können gerne eigene Themen einbringen. DHTech kann hier beigetreten werden.