[DHd-blog] DHd 2019: ein Bericht

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Die 6. Jahrestagung des Verbands Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e. V. (DHd) begann für mich schon in Mainz. Im Philosophicum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz nahm ich am Workshop „Automatic Text and Feature Recognition: Mit READ Werkzeugen Texte erkennen“ teil. Hier wurde vor allem im Rahmen von READ (Recognition and Enrichment of Archival Documents) das Tool Transkribus vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Programm zur Erkennung von Texten in Bilddateien.  Jedem der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops war ein Dokumentausschnitt in Form von solchen Dateien zugeordnet worden. Transkribus unterstützte nun die Erkennung der einzelnen Zeilen, des Layouts und anschließend der einzelnen handschriftlichen Wörter (s. Abbildung: Transkribus).

Transkribus

Dieser Prozess basiert auf Methoden des maschinellen Lernens, genauer Convolutional Neural Networks und Recurrent Neural Networks. Besonders spannend fand ich das Training eigener Modelle. Hierbei wurden Bilddateien mit den zugehörigen Textdateien, der sogenannten Ground Truth, verknüpft. Diese Daten dienten als Lehrmaterial für das Netzwerk. Theoretisch könnte man hiermit ein Modell entwerfen, welches explizit die eigene Handschrift erkennt, sodass man eigens aufgeschriebene Texte transkribieren kann, und das spielend einfach.

Nach dem Workshop hieß es „Leinen Los!“. Die Teilnehmer versammelten sich am Anleger Fort Malakof, zu einer gemeinsamen Schiffstour nach Frankfurt. In einem gemütlichen Tempo ging es vom Rhein in den Main. Hierbei wurde bei etwas teuren aber schmackhaften Getränken die Rhein-Main Region genossen. Vor allem die im Sonnenuntergang schimmernde Skyline Frankfurts war ein Hingucker. Am Eisernen Steg machte das Schiff schließlich halt.

Leinen los!

Erwähnenswert ist die hervorragende Organisation des Ablaufs. Es standen am Steg direkt Busse bereit, die uns zur Goethe-Universität Frankfurt brachten. Hier wurde im Zuge einer Einführungsveranstaltung die eigentliche Tagung im Hörsaalzentrum eröffnet. Im Anschluss gab es Häppchen und Getränke für die „ausgehungerten“ Teilnehmer.

Donnerstag war für mich der wichtigste Tag, denn ich war aktiver Teilnehmer an der nachmittäglichen Postersession. Mein persönliches Highlight dabei war der vorangehende Posterslam. Dabei bekam jede und jeder Vortragende eine Minute Zeit das eigene Thema in wenigen Worten zu präsentieren. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt, sodass auch ausgefallene Präsentationen dargeboten wurden. Wie gut die Vorträge bei den Anwesenden ankamen, wurde durch ein Applausometer erfasst. Die Gewinnerinnen und Gewinner wurden durch Sachpreise belohnt. Der Slam ging direkt in die eigentliche Postersession über, die im Foyer des Hörsaalzentrums stattfand. Als angenehm empfand ich dabei die lockere Atmosphäre, in der über die wissenschaftlichen Themen gesprochen wurde.

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich für dasReisestipendium bedanken. Es ist großartig, dass Nachwuchswissenschaftlerinnenund Nachwuchswissenschaftler darin unterstützt werden, Ihre Arbeitvorzustellen. Mit der diesjährigen Tagung des DHd habe ich persönlich das ersteMal eine wissenschaftliche Tagung besucht. Deshalb wusste ich nicht, was micherwartet. Die netten Bekanntschaften auf der Tagung und die wissenschaftlichen Diskussionenauf Augenhöhe haben die Tagung zu einer tollen Erfahrung gemacht, die ich gernenächstes Jahr wiederholen möchte.