[DHd-blog] Vorstellung der PreisträgerInnen des DARIAH DH-Award 2017: Isabella Reger

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Der DARIAH-DE DH-Award 2017 fördert NachwuchswissenschaftlerInnen, die in ihren Forschungsvorhaben innovative digitale Ansätze und Methoden einsetzen und so einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Digital Humanities leisten. Im DHd-Blog stellen wir PreisträgerInnen und Projekte in den nächsten Wochen vor.

Isabella RegerIsabella Reger studierte Anglistik und Digital Humanities an der Universität Würzburg. Aktuell, wie auch bereits während des Masterstudiums, arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Lehrstuhls für Computerphilologie im Projekt Kallimachos, dem Würzburger Zentrum für digitale Edition und quantitative Analyse. Die Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte liegen dabei auf der computergestützten Analyse literarischer Korpora im Hinblick auf Figuren und Handlungselemente, sowie auf der Stilometrie.

Welche Ergebnisse erwarten Sie und für welche Forschungsthemen sind diese anschlussfähig?

DARIAH-Blog_Infokasten_neuIn  meiner Masterarbeit habe ich mich mit Figurennetzwerken aus Romanen beschäftigt und die Frage untersucht, ob und wie strukturelle Ähnlichkeiten zwischen den Netzwerken verschiedener Romane gefunden werden können. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass insbesondere die Auswertung solcher recht subjektiver Phänomene wie Ähnlichkeit eine Herausforderung darstellt, die sich sicher auch in anderen Projekten stellt.

Bei der Analyse von Figurennetzwerken wären als weitere Forschungsfragen interessant, wie die Kanten zwischen den Figuren im Hinblick auf konkrete Interaktionen oder soziale Beziehungen genauer beschrieben werden können oder wie sich die Figurenkonstellation im Laufe eines Romans verändert.

Mit welchen Materialien und Daten arbeiten Sie?

Ich habe eine Auswahl deutscher Romane aus dem 19. Jahrhundert verwendet, die aus der Digitalen Bibliothek von TextGrid stammen. Das wichtigste Werkzeug ist für mich die Programmiersprache Python, in Verbindung mit Packages wie Pandas oder NetworkX.

Gibt es Methoden, Theorien und Tools, welche für diese Aufgabe besonders interessant sind?

Reger_FigurennetzwerkeBei der computergestützten Analyse von literarischen Texten und Figuren sind einige Vorverarbeitungsschritte, wie die Erkennung von Figurenreferenzen und die Koreferenzauflösung, notwendig. Hierfür habe ich eine im Rahmen des Projekts Kallimachos in Würzburg entwickelte Pipeline verwendet, die auf deutsche literarische Texte angepasst ist.

In meiner Thesis habe ich außerdem soziale Netzwerkanalyse und Topic Modeling angewandt. Ich denke, dass auch die Methoden des maschinellen Lernens in den digitalen Geisteswissenschaften eine wichtige Rolle spielen und weiterhin spielen werden.

Wie haben Sie begonnen, sich mit digitalen Geisteswissenschaften zu beschäftigen?

Im Rahmen meines Studiums. Ich habe 2010 in Würzburg mit dem Bachelor in Digital Humanities begonnen und von Anfang an Gefallen an dem Fach gefunden.

Welche Angebote der digitalen Geisteswissenschaften fänden Sie für Ihre Forschungsprojekte in Zukunft besonders hilfreich?

Sehr hilfreich finde ich ausführliche Tutorials von Fachleuten zu bestimmten Themen oder von ihnen entwickelten Tools. Das erleichtert einem den praktischen Einstieg sehr, wenn man sich neue Methoden aneignen möchte.

Weitere Informationen

Isabella Reger
Universität Würzburg, Lehrstuhl Computerphilologie
Masterarbeit: Figurennetzwerke als Ähnlichkeitsmaß (CC-BY-SA)
Projekt Kallimachos


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DARIAH-DE unterstützt mit digitalen Ressourcen und Methoden arbeitende Geistes- und KulturwissenschaftlerInnen in Forschung und Lehre. Dafür baut das Projekt eine digitale Forschungsinfrastruktur für Werkzeuge und Forschungsdaten auf und entwickelt Materialien für Lehre und Weiterbildung im Bereich der Digital Humanities (DH). DARIAH-DE ist der deutsche Beitrag von DARIAH-EU und arbeitet in diesem Kontext mit einer Vielzahl von europäischen Partnern und Projektverbündeten zusammen.