[DHd-blog] Zur Professoralisierung der Digital Humanities

[德语国家数字人文协会DHd-blog网站消息]

Achtung, Anmerkung 6.2.2019: dieser Blogpost war ursprünglich ein Kommentar zur Entwicklung der DH-Professuren bis März 2016. Tabelle und Visualisierungen sind dann bis 2018 über insgesamt 115 Revisionen aktualisiert worden. Seit 2019 wird die Tabelle losgelöst vom zeitgebundenen Kommentar im Blogpost „Professuren für Digital Humanities“ gepflegt und diese Seite nicht mehr aktualisiert.


Als „gelernter Historiker“ kann ich nicht anders, als die Entwicklung der Digital Humanities auch in ihrer Genese zu betrachten. DH als Forschungsfeld und als eigenständige akademische Disziplin formiert sich über die Stabilisierung von Institutionen (DH-Zentren, Datenzentren, Abteilungen für digitale Forschung) und Strukturen an den Hochschulen. Dazu gehören dann vor allem auch Lehrstühle, die dem Bereich der DH zuzurechnen sind. Die folgende Tabelle ist der Versuch, einen Überblick über die Ausschreibungen von Professuren in den DH im deutschsprachigen Raum in den letzten Jahren zu geben.

JahrOrtStufeDenominationZuordnungErgebnis642018GiessenW2Digitale GeschichteFachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften; gemeinsame Berufung mit Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschungoffen632018WienA1Digitale TextwissenschaftenPhilologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät und Fakultät für Informatikoffen622018Berlin (FU)W1*Computerphilologie / Data Science der Sprachen der Alten WeltInstitut für Altertumswissenschaftenoffen612018RostockW1*Digital HumanitiesPhilosophische Fakultätoffen602018Berlin (HU)W2 (W3)Digital HistoryInstitut für Geschichtswissenschaftenoffen592018Chemnitz (TU)W1*Digital HumanitiesInstitut für Germanistik und Kommunikationoffen582018Berlin (TU)W1*Digitale Provenienzforschung / Digital ProvenanceInstitut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistikoffen572018GöttingenW2Digitale Bild- und ObjektwissenschaftInstitut für Digital Humanitiesoffen562018Köln (TH)W2°*Open Access und Management Digitaler RessourcenFakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaftenoffen552017TrierW2ComputerlinguistikFachbereich Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaftenoffen542017DarmstadtW2Digital Philology – Neuere deutsche LiteraturwissenschaftInstitut für Sprach- und Literaturwissenschaftoffen532017JenaW1Digital Humanities mit Schwerpunkt Bild- und ObjektdatenPhilosophische Fakultätoffen522017JenaW1Digital Humanities mit Schwerpunkt Maschinelles Lernen und SprachtechnologieFakultät für Mathematik und Informatikoffen512017GöttingenW3Digital Humanities und Deutsche Literatur […]Philosophische Fakultätoffen502017KielW2ArchäoinformatikInstitut für Informatikoffen (Brughmans abgelehnt)492017GrazLaufbahn-professur* [2]Digital Humanities mit Schwerpunkt MuseologieZentrum für Informationsmodellierung / ACDHZuanni482017Erlangen-
NürnbergW3Korpus- und Computerlinguistik [1]Department Germanistik und KomparatistikEvert [3]472017Erlangen-
NürnbergW1*Digital Humanities mit Schwerpunkt KunstgeschichteInstitut für KunstgeschichteBell462017PotsdamW3Foundations of Computational LinguisticsHumanwissenschaftliche Fakultätoffen452016LeipzigW1Computational HumanitiesInstitut für InformatikBurghardt442016GießenW1Digitale und visuelle Geschichte mit einem Schwerpunkt OstmitteleuropaFachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften–432016WuppertalW3Digital Humanities (Historisch-Kulturwissenschaftliche Informationsverarbeitung)Historisches Seminaroffen422016BambergW3W3-Professur für Digitale Denkmaltechnologien/Digital Technologies in Heritage ConservationInstitut für Archäologische Wissenschaften, Denkmalwissenschaften und KunstgeschichteHess412016HalleW1eHumanitiesInstitut für InformatikHall402016StuttgartW3Digitale PhonetikInstitut für Maschinelle SprachverarbeitungThang Vu392016AachenW3Methodology and Theory of Computer-based Humanities and Social SciencesCenter of Interdisciplinary Science and Technology StudiesStrohmaier382016PaderbornW3Digitale KulturwissenschaftenFakultät für KulturwissenschaftenGeierhos372016BambergW1*Informationsverarbeitung in der GeoarchäologieInstitut für Archäologie, Denkmalkunde und KunstgeschichteSonnemann362016TrierW3Digital HumanitiesFach Computerlinguistik / Digital HumanitiesSchöch352016PotsdamW2*°Digital HumanitiesFH Potsdam, Fachbereich […] InformationswissenschaftenStäcker342015Mainz (FH)W2*Digital HumanitiesFachbereich Technik, GeoinformatikSchrade332015WienA1Digital HumanitiesHistorisch-kulturwissenschaftliche FakultätAndrews322015PaderbornW2Musicology/Digital Music Edition/Digital HumanitiesInstitute for MusicologyMünzmay312015GrazA1*Digital HumanitiesZentrum für InformationsmodellierungVogeler302015DarmstadtW3German Linguistics – Corpus and Computational LinguisticsInstitute of Linguistics and Literary StudiesMüller292015DarmstadtW2Modern German Literature – Digital Literary StudiesInstitute of Linguistics and Literary StudiesWeitin282015LeipzigW1*Text MiningInstitut für InformatikPotthast272015KölnW2Digital Humanities / Sprachliche Informationsverarbeitung (Computerlinguistik)Institut für Digital HumanitiesWitt262015KölnW2Digital Humanities / Historisch-Kulturwissenschaftliche InformationsverarbeitungInstitut für Digital HumanitiesEide252014StuttgartW1*ComputerlinguistikInstitut für Maschinelle SprachverarbeitungThang Vu242014StuttgartW3Digital HumanitiesInstitut für LiteraturwissenschaftViehhauser232014GöttingenW3Digital HumanitiesFakultät für Mathematik und InformatikSporleder222014BaselopenDigital HumanitiesPhilosophische Fakultät, DHLabLauer212014LeipzigW1*Computational PhilologyFakultät für Mathematik und Informatik–202013HeidelbergW3ComputerlinguistikInstitut für ComputerlinguistikMarkert192013KölnW1*Digital HumanitiesCologne Center for eHumanitiesMathiak182013KölnW2ArchäoinformatikArchäologisches InstitutPaliou172013DarmstadtW3Linguistics with a focus on corpus and computational linguisticsInstitute of Linguistics and Literary Studies–162013DarmstadtW2Literary Studies and Cultural Studies with a focus on Digital Literary Studies / Digital Cultural StudiesInstitute of Linguistics and Literary Studies–152012LeipzigW3Digital HumanitiesFakultät für Mathematik und InformatikCrane142012BernAssProf*Digital HumanitiesPhilosophisch-Historische FakultätAndrews132012PassauW3Digital HumanitiesPhilosophische FakultätRehbein122012LuxemburgopenDigital HistoryFaculty of Language and Literature, Laboratoire d’HistoireFickers112012GöttingenW1*[4]Klassische Archäologie und ihre digitale MethodikArchäologisches InstitutLangner102011FrankfurtW1*Angewandte ComputerlinguistikInstitut für InformatikChiarcos92011TrierW2Digital HumanitiesFachbereich Sprach-, Literatur- und MedienwissenschaftenSporleder82010DarmstadtW1*Language TechnologiesFachbereich InformatikBiemann72010LeipzigW3Computational HumanitiesFakultät für Mathematik und Informatik–62009BambergW1Informationsverarbeitung in der Geoarchäologie (IVGA)Institut für Archäologie, Denkmalkunde und KunstgeschichteLambers52009DarmstadtW3Germanistische Computerphilologie bzw. Humanities ComputingInstitut für Sprach- und LiteraturwissenschaftRapp42009BielefeldW2Computational LinguisticsFaculty of Linguistics and Literary StudiesSchlangen32008FrankfurtW2Text Technology & Computational LinguisticsMehler22008WürzburgW3ComputerphilologieInstitut für deutsche PhilologieJannidis12008Berlin (FU)W1ArchäoinformatikInstitut für klassische ArchäologiePolla

Zum Verständnis. Das Jahr meint die Bewerbungsfrist der Ausschreibung. Die Zuordnung bezieht sich in der Regel auf den Ausschreibungstext. Die Zuordnung ist in den Ausschreibungen manchmal offen und wird dann erst bei Besetzung konkretisiert. Das * an der Stufe bedeutet „befristet“, das ° bedeutet „nebenberufliche Professur“.

Auswahl. Die Auswahl der Ausschreibungen folgt meinem Konzept eines drei-Sphären-Modells. Die DH bestehen danach (1.) aus DH als einer eigenständigen Disziplin und (2.) aus DH als Summe spezialisierter Teilbereiche  – dabei wären die digital transformierten traditionellen Disziplinen alle unter dem Dach einer breiten DH versammelt: Computerlinguistik, Computerphilologie, Archäoinformatik, Digital History usw. usf. Die dritte Sphäre betrifft die Anwendung von DH in den bestehenden Fächern.

Vollständigkeit. Falls etwas fehlen sollte, bitte ich um Hinweise. Verschiedene Ausschreibungen habe ich bewusst nicht aufgenommen, wenn sie mir z.B. von ihrem Selbstverständnis her weder zu den Digital Humanities im engeren noch im weiteren Sinne zu gehören schienen. Das betrifft z.B. einige Ausschreibungen in den Informations- oder Bibliothekswissenschaften.

Quellen. Wo möglich, sind Links zu den Ausschreibungen hinterlegt. News und Ausschreibungen auf Universitätswebseiten gehören allerdings zu den besonders fragilen digitalen Objekten. Ich würde mir wünschen, dass mehr Kollegen ihre Institutionen darauf hinweisen, dass Archivierung / dauerhafte Vorhaltung und stabile Adressierung in diesem Bereich wünschenswert und nicht schwer einzurichten sind.

Aussagekraft. Die gegebenen Informationen zu den einzelnen Ausschreibungen sind nicht gut vergleichbar. Hinter jeder Ausschreibung steckt eine eigene Geschichte und weitere Rahmenparameter. Erst damit (und mit den vollständigen Ausschreibungstexten) lassen sich die hier aus den Ausschreibungen entnommenen Angaben richtig lesen. Dies betrifft z.B. die mit den Ausschreibungen intendierte Ausrichtung und strategische Zielstellung. Für die Entwicklung des Feldes ist es u.a. besonders interessant, ob mit einer Stelle die Digital Humanities in ihrer ganzen Breite abgedeckt und als interdisziplinäres Strukturelement einer Hochschule aufgebaut werden sollen – oder ob es um ein eher spezialisierter, fachbezogener Fokus gewählt wird.  Dabei muss man dann auch genauer sehen, was sich jeweils hinter den ausgeschriebenen Denominationen verbirgt: so erscheint z.B. die rezente Ausschreibung einer „Digital Humanities Professur“ in Mainz in etwas anderem Licht. Wenn man hier bedenkt, dass sie an einer Fachhochschule am Fachbereich Technik, Fachrichtung Geoinformatik und Vermessung angesiedelt ist, kann man sich schon fragen, welche Bedeutung der Begriff „Humanities“ hier hat. Die Stelle ist zudem mit einem laufenden Forschungsprojekt verbunden und auf fünf Jahre befristet – soll aber am Aufbau einer hochschulübergreifenden DH-Struktur mitwirken.
Auf der anderen Seite lässt sich auch das genau entgegengesetzte Phänomen beobachten: Die Aachener Professur für „Methodology and Theory of Computer-based Humanities and Social Sciences“ liefert als Selbstbeschreibung eine ungewöhnlich präzise und zugleich umfassende Definition der Digital Humanities, der Begriff selbst wird aber in der gesamten Ausschreibung vermieden: „the position will address fundamental methodological aspects of conceptualising and applying electronic procedures in the humanities and social sciences. Key responsibilities will be the work with computer-based methods for acquisition, analysis and interpretation of highly complex data from cultural artefacts, and the critical reflection on their potentials and limitations, encompassing hermeneutical, qualitative and quantitative methodological traditions“

Will man nicht nach „Ausschreibungen in Digital Humanities“ fragen, sondern nach tatsächlichen „DH-Professuren“, dann müsste man noch weitere Entwicklunsgtendenzen berücksichtigen. Erstens können sich Lehrstühle ohne DH Denomination zu de facto DH-Lehrstühlen entwickeln. Zweitens können Lehrstühle, die noch mit einem Hinweis auf DH ausgeschrieben waren in der Praxis ohne einen solchen Bezug ausgefüllt werden. Und drittens gibt es auch außerplanmäßige DH-Professuren, die bei einer Liste der Ausschreibungen nicht auftauchen.

Zurück zu den empirischen Zahlen. Die zeitliche Entwicklung scheint eindeutig.

1211109876543212008200920102011201220132014201520162017

[Bemerkung: Stand der Grafik 16.04.2018, bei 54 Einträgen]

Nach meiner Interpretation ergibt sich außerdem grundsätzlich die folgende Verteilung auf verschiedene Fachbereiche …

pie-Ausrichtung_2017

[Bemerkung: Stand der Grafik 12.12.2017, bei 47 Einträgen]

Die Zuordnung nach Fachbereichen ist nicht einfach: Häufig steckt hinter einer allgemeinen Ausschreibung (Digital Humanities) doch eine Ausrichtung auf bestimmte Gegenstände oder geisteswissenschaftliche Fächer. Diese Fokussierung kann sich auch aus der Ansiedlung an einer bestimmten Abteilung ergeben. In der Tortengrafik sind einige Ausschreibungen den allgemeinen, übergreifenden DH zugerechnet, auch wenn hier eigentlich eine linguistische oder philologische Ausrichtung gemeint war. Insofern ist die Dominanz dieses Gegenstandsbereiches eigentlich noch größer als es nach der Grafik scheint. Die Gruppe „andere Fachbereiche“ umfasst vor allem die Archäoinformatik (5 Ausschreibungen) sowie historische und kunsthistorische Schwerpunktsetzungen.

Erste Interpretationen. Das Feld ist offensichtlich äußerst heterogen. Die Bezeichnungen der Professuren lassen überhaupt nur bei einer entsprechend weiten Definition eine Zusammenführung als „DH“ zu. Auch die Zuordnung der Stellen zu verschiedenen Fächern, ja verschiedenen Fakultäten und ihre Aufhängung auf verschiedenen Ebenen (Institut vs. Fakultät) spricht eigentlich dagegen, dass man es hier mit einer Disziplin zu tun hat. Auf der anderen Seite ist es ja nicht ungewöhnlich, dass innerhalb einer Disziplin verschiedene Spezialisierungen anzutreffen sind.

Akzeptiert man aber die durch eine weite Definition begründete Zusammenstellung, dann wirkt die Liste mit 44 Einträgen auf den ersten Blick überraschend lang. Wenn man nun aber bedenkt, dass …

von den 33 abgeschlossenen Verfahren 6 zu keiner Besetzung geführt haben16 Ausschreibungen Juniorprofessuren, Assistenzprofessuren, nebenberufliche oder befristete Anstellungen betreffenmindestens 27 Ausschreibungen nur mehr oder weniger spezielle Teilbereiche der DH betreffenmindestens weitere 5 der „Digital Humanities“ betitelten Ausschreibungen de facto auf bestimmte Teilfachbereiche zieltenalleine 3 der zuletzt ausgeschriebenen Professuren befristet sind

… dann kann man sich fragen, an welchen Standorten überhaupt eine Strategie erkennbar ist, um die DH als fachübergreifende Disziplin und als Fakultätsweites Strukturelement nachhaltig zu etablieren. Davon bleibt dann nur noch eine handvoll übrig.

Wie lesen andere die hier zusammengetragenen Daten?

Anmerkungen

Dieser Beitrag steht in Zusammenhang mit einem Artikel für „Akademie Aktuell“ 56 (2016, Heft 1) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Jener hatte am 14.1.2016 Redaktionsschluss. Die Tabelle hier ist danach noch aktualisiert worden. Gedruckter Beitrag und Blogbeitrag müssen deshalb nicht nur von den enthaltenen Daten her, sondern auch hinsichtlich der davon abhängenden Deutungen auseinanderlaufen.

Wenn man den Blick leicht über den deutschsprachigen Raum hinaus schweifen lässt, dann wären z.B. für die Niederlande zwei Assistant-Professorships in Leiden (2016), eine Archäoinformatik-Stelle in Leiden (2014), ein Assistant Professorship in Utrecht (2016), ein Assistant Professorship in Digital Humanities and Information Cultures in Amsterdam (2016) und ein Assistant Professorship Digital Humanities with focus on text analysis in Leiden (2019) zu berücksichtigen.

Explizit  nicht in der Liste aufgenommen sind auch Ausschreibungen „X mit besonderer Berücksichtigung der DH“. Ein Beispiel dazu wäre die „Professur (W2) auf Zeit (6 Jahre/tenure track) für Historische Grundwissenschaften unter besonderer Berücksichtigung der Digital Humanities“ an der LMU München, veröffentlicht am 9.11.2017 (H-Soz&Kult) oder die „Tenure-Track-Professur (W1 mit Tenure Track W2) für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Digital Humanities für Schriftartefakte“ (ZEIT-Jobmarkt). Die Abgrenzung ist in alle möglichen Richtungen schwierig; ein Grenzfall, den ich hier nicht aufgenommen habe ist auch die W2-Professur „Sprachtechnologie“ an der Universität Hamburg (schließlich besetzt mit Chris Biemann). Einerseits ist die Sprachtechnologie oft im Bereich der Digital Humanities und sehr nahe an Computerlinguistik. Andererseits ist diese Stelle an der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften angesiedelt und soll in der Forschung auf Anwendungsentwicklung und in der Lehre auf die Studiengänge in Informatik ausgerichtet sein. Nicht aufgenommen ist auch die 2018 ausgeschriebene Professur für „Virtual Humanities“ (W2->W3) an der Universität Bochum, da es sich hier eher um Medienwissenschaft ohne klaren DH-Bezug zu handeln scheint. Grundsätzlich problematisch sind auch „open topic“-Ausschreibungen, bei denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie als „Digital Humanities“ besetzt werden könnten. Ein Beispiel hierfür sind die „Four Open Topic Associate Professorships
W2 with Tenure Track
“ an der Universität Potsdam vom Juli 2018 – bei denen zwei in den „Geisteswissenschaften“ angesiedelt waren.

Nachträge und Korrekturen: 13.2.2016: Professur an der FH Potsdam; 4.3.2016: Professur in Trier; 3.4.2016: Korrektur von Eintrag #13, W1-Professur Archäoinformatik Bamberg; 4.4.2016: Archäoinformatik in Leiden; 21.4.2016: Professur in Aachen (hier ist die Zuordnung wieder sehr schwierig. Von der Beschreibung her klingt es sehr nach DH, der Begriff selbst kommt aber nicht vor. Es ist deshalb unklar, was mit der Ausschreibung intendiert ist und ob die Stelle in der Entwicklung der DH eine Rolle spielen wird); 17.05.2016: Professur in Paderborn; 5.2.2017 Professuren in Berlin (FU, Archäologie, Polla), Halle, Stuttgart, Erlangen; 1.6.2017 Professur in Graz (Museologie); 17.10.2017 Professur in Leipzig.

[1] Diese Ausschreibung ist historiografisch sehr schwer zu fassen. Sie ist – soweit mir bekannt – nur an der FAU selbst und auf http://www.duz-wissenschaftskarriere.de veröffentlicht worden. In beiden Fällen auf dynamischen Seiten, die erfahrungsgemäß nicht lange abrufbar bleiben und die auch vom Internet Archive nicht gut archiviert werden können. Als Fallback füge ich deshalb hier einen screenshot ein.

Ausschreibung W3 Korpuslinguistik FAU 2017

Ausschreibung W3 Korpuslinguistik FAU 2017

[2] Laufbahnprofessur: „Die Besetzung erfolgt zunächst befristet auf 6 Jahre als Assistenzprofessor/in mit Qualifizierungsvereinbarung. Karriereziel ist die Überleitung in ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit als Assoziierte/r Professor/in“[3] Gerne würde man die Geschichte (hier: Empfang der Ernennungsurkunde) systematischer auch visuell dokumentieren:

Von https://twitter.com/schtepf/status/992472472598536192

[4] Die Stelle konnte nicht als W1 besetzt werden und ist 2012 als W2 neu ausgeschrieben worden.